Vulkanradweg

Vom Vulkanradweg hat inzwischen wohl jeder gehört. Knapp 15 km geht es leicht bergab, unten hat man genug Zeit für ein kleines Päuschen, bis einen der Linienbus wieder zum Einstieg bringt. In den letzten Jahren haben sich im Vergleich zu den Jahren der Entdeckung ein paar Dinge geändert. So ist zum Beispiel die Anzahl der Longboarder am Vulkan explodiert, wovon die Bewohner dieser beschaulichen Region sowohl profitieren als auch genervt sind. Umso wichtiger ist es, ein paar Regeln zu befolgen, damit man dort auch in den nächsten Jahren entspannt zusammenkommen kann.

Die Strecke

Insgesamt ist der Vulkanradweg 94 km lang, besonders interessant sind für Longboarder allerdings die 14,3 km zwischen dem höchsten Punkt, Hartmannshain, und Gedern. Die maximale Steigung von etwa 4% ermöglicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h mit Spitzen von 40 km/h - wenn man es darauf anlegt. Jeder, der die Fussbremse beherrscht, kommt hier sicher runter und kann gefühlt endlos durch die idyllische Wald- und Wiesenlandschaft cruisen.

Der Vulkanradweg

Man stellt sein Auto in Gedern ab und nimmt den Bus nach Hartmannshain (s.u.). Am Einstieg geht es direkt nach rechts ins Vergnügen. Nach 200 Metern ist Vorsicht geboten, die Landsstraße muss überquert werden. Das Spiel wiederholt sich nach weiteren 3 km. Dann geht es bis nach Ober-Seemen, wo man entweder bis zum Steilstück durchfährt und durch's Dorf trägt oder die markierte Umgehung nutzt, indem man kurz vor dem Ort links abbiegt.

Nach einem kleinen Spaziergang landet man auf dem letzten Teilstück nach Gedern. Am Ortseingang von Gedern muss man ordentlich abbremsen (s. Markierung am Boden), da man sonst mit zu viel Geschwindigkeit in eine enge 90 Grad Kurve jagt, die meist sandig ist und durch einen Boardstein abgegrenzt wird, der einen unweigerlich zum Flug auf die Straße verführt. Quer durchs Dorf landet man dann wieder direkt an der Bushaltestelle.

Einstieg in Hartmannshain

Kniffelig wird der Vulkanradweg, wenn es kurz geregnet hat. Die Feuchtigkeit zieht Moos auf die Asphaltoberfläche, welches sich auf den Rollen ablagert und einen dann mit absolutem Gripverlust und einem Sturz belohnt. Werden die Rollen schwarz, heißt es also "sofort absteigen", die paar Meter laufen und die Rollen sauber machen!

In den Waldstücken muss man sich etwas vor Bucheckern in Acht nehmen. Ist es einmal richtig schön nass, heißt das Risiko "Nacktschnecke". Erwischt man eine, kann es durchaus passieren, dass einem die Vorderachse wegschmiert.

Haltestelle Lauterbacher Str.
Das Tor zum Glück
Endloser Sahneasphalt

Don't destroy what you come to enjoy

  • An stark frequentierten Wochenenden sind die Mülleimer an der Bushaltestelle in Gedern überfordert. Es wäre schön hier keine Müllhalde zu hinterlassen, sondern den Müll wieder mitzunehmen und später woanders zu entsorgen. Beim Bäcker kann man sich die Ware auch ohne Verpackungsmüll "auf die Hand" geben lassen.
  • Gerade am "ersten Maiwochenende ist auf dem Campingplatz Nieder-Moos eine Menge los. Dass mehrere Hundert Longboarder einfach so aufgenommen werden, ist keine Selbstverständlichkeit, dafür sollte es aber selbstverständlich sein, dass wir uns den anderen Campern gegenüber rücksichtsvoll verhalten, den Platz nicht verwüsten etc.
  • In Ober-Seemen, dem ehemals designierten Slidespot, ist seit diesem Jahr das Skaten verboten. Verschiedene Vorfälle, bei denen Longboarder in Garagentore gerauscht, um uneinsehbare Kurven geheizt sind und spielende Kinder gefährdet haben, haben dazu geführt. Bitte respektiert das, indem ihr die markierte Umleitung nutzt oder das Board durch den Ort tragt.
  • Am Einstieg in Hartmannshain gibt es bis auf die kleine Tonne an der Haltestelle keine Möglichkeit zur Müllentsorgung. Hat man es in Gedern versäumt Sanitäranlagen aufzusuchen, fragt man nett gegenüber an der Tankstelle. Wenn mehrere Dutzend Longboarder hinter dem Holzhaus einen Sumpf anlegen, kann man auch damit seinen Ruf ruinieren.
  • Auf der Strecke selbst sind wir nicht alleine. Beim Überholen von Radfahrern heißt es sich freizuhalten, genauso wie Überholmanöver in schlecht einsehbaren Kurven zu vermeiden sind.
  • Auch auf der letzten langen Geraden in Gedern selbst sind vermehrt Longboarder negativ aufgefallen, die Autos die Vorfahrt genommen haben, die ganze Straßenbreite für sich beanspruchen etc. Hier ist es wirklich notwendig, dass wir vorausschauend und rücksichtsvoll am Rand fahren, um keinen weiteren Verbote zu provozieren.

Bitte haltet euch an diese paar wenigen Regeln, wir wollen dass Longboarder auf dem Vulkanradweg noch lange geduldet werden und gern gesehene Gäste sind. Bitte klärt andere, die das nicht wissen oder wissen wollen, darüber auf. Vielleicht klingen wir wie Spießer, wir sprechen aber nur aus, was selbstverständlich sein sollte.

Shuttlebus

Die Linie VB-90 Richtung Schlitz und die Linie VB-94 Richtung Hoherodskopf fahren vom 1. Mai bis zum letzten Sonntag im Oktober Samstags und Sonntags im 2-Stunden-Takt vom Alten Rathaus (Haltestelle Parkhaus an der Volksbank) in Gedern nach Hartmannshain Lauterbacher Straße. Der Bus braucht dafür etwa 10 Minuten, eine Tageskarte für 5 Personen kostet 7,90 EUR.

Personen mit einem Smartphone haben außerdem die Möglichkeit über die RMV-App ein Online-Ticket zu erwerben, sodass das Kleingeld-Gesuche am Bus entfällt. 

Parken kann man direkt an der Bushaltestelle im Parkhaus (mit Parkscheibe für 2 Stunden), an der Otto-Müller-Straße, wo der Vulkanradweg nach Gedern reinkommt, oder Sonntags auf dem Lidl Parkplatz.

Abfahrtszeiten Samstag (VB-90)

8:58 - 11:28 - 13:28

15:28 - 17:28 - 19:28

Abfahrtszeiten Samstag (VB-94)

9:13 - 10:28 - 12:28

14:28 - 16:28 

 

Abfahrtszeiten Sonntag (VB-90)

8:58 - 11:05 - 13:05

17:05 - 19:05 

Abfahrtszeiten Sonntag (VB-94)

9:58 - 11:58 - 13:58

15:58 - 17:58 

Sanitäranlagen

Die einfachste, wenn auch nicht die schickste Variante ist eine Dixi-Toilette an der Bushaltestelle in Gedern. Hat man sich sowieso gerade einen Snack gekauft, kann man auch beim Zuckerbäcker nach der Kundentoilette Fragen. In Hartmannshain kann man gegen einen kleinen Obulus auch die Tankstelle oder Gaststätte aufsuchen.

Camp

Zwar gibt es auch in Gedern einen Campingplatz, die Longboarder campen aber in der Regel in Nieder-Moos. Das Verhältnis zu den Betreibern dort ist fantastisch und Longboarder sind gern gesehene Gäste. Man ist dort sehr hilfsbereit, ob es Ersatz für vergessene Heringe vom Zelt ist, das Bereitstellen von frischem Grillfleisch und Bier beim Maitreffen oder mal einen Baggerschauffel Holz für's Lagerfeuer.

Camping Nieder-Moos
Am Camping 1
36399 Freiensteinau / Nieder-Moos

Website | Facebook

Verpflegung

Für das kleine Frühstück gibt es direkt auf dem Campingplatz einen kleinen Kiosk, der morgens frische Backwaren hat und einem auch mit Koffein auf die Sprünge hilft. In Gedern direkt gegenüber der Bushaltestelle befindet sich Zuckerbäckers Knusperhaus, das einen in den Sommermonaten das ganze Wochenende mit Backwaren, Heiß- und Kaltgetränken versorgt.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle passiert man zudem Lidl, wo man Grillgut für den Abend findet. Haben Hundertschaften von Longboardern vor einem die Kühltruhe leergekauft, kann man die Hauptstraße durch Gedern noch ein paar 100 Meter weiter bergab fahren, dort kommt auf der linken Seite Rewe.

Am "ersten Maiwochenende" kann man Grillgut und Getränke auch auf dem Campingplatz beziehen.

Das "erste Maiwochenende"

Am ersten Maiwochenende (01.-03.Mai 2015) gibt es ein zwangloses Treffen, bei dem aus allen Teilen der Republik Longboarder zusammenkommen. Um die regionale Infrastruktur zu entlasten, bei gutem Wetter können es schon mehrere Hundert sein, kann man an diesem Wochenende das Camp in Nieder-Moos einfach so beziehen und meldet sich dann bei dem Herrn mit Rock an, bei dem man seine Übernachtungsschuld (10 EUR/ Nacht) entrichtet und Duschmarken erhält. Das "Mai-Opening" ist kein organisiertes Event, es ist also jeder für sich selbst verantwortlich. Es gibt lediglich ein paar Ehrenamtliche, die koordinierend gestalten, damit die Region genauso viel Spaß an unserer Anwesenheit hat wie wir. Mehr Infos dazu findet man im longboardz.de-Forum.

 

Im Notfall

Wenn man auf einen Sonntag in einer ländlicheren Gegend verunglückt, ist es nicht einfach einen Arzt zu finden. 17,5 km (20 Autominuten) von Gedern liegt Schotten und dort sitzt das Kreiskrankenhaus. Das Personal ist sehr freundlich und als Notfallstandort Mittelhessen ist man dort auch mit böseren Verletzungen nicht überfordert.

Kreiskrankenhaus Schotten
Wetterauer Platz 1
D-63679 Schotten
Tel.: 06044 61-0

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